Selektive Wahrnehmung. Neuroanatomie der Emotionen.


Ein entscheidender Faktor bei der Gedächtnisverarbeitung

scheint das Vorliegen von Emotionen zu sein.

Die kognitive Kontrolle ist während der Informationsverarbeitung von Bedeutung. Gliedert man die verschiedenen Inhibitionsprozesse entsprechend der unterschiedlichen Stadien der Informationsverarbeitung (Wahrnehmung, Verarbeitung, Handlung), wird die Ähnlichkeit der theoretischen Ansätze deutlich. Die Interferenzkontrolle entspricht dabei der Unterdrückung eines kompetitiven externalen oder internalen Stimulus, der eine kompetitive motorische Antwort hervorruft. Dies soll verhindern, dass irrelevante Information in den Aufmerksamkeitsfokus gerät. Relevante Information müssen ausgewählt und irrelevante ignoriert werden. Eine bedeutende „Flaschenhalsstruktur“ für die Enkodierung des episodischen und semantischen Wissens ist das limbische System. Zu dieser Struktur werden der Hippocampus, die Amygdala, die Mammillarkörper, das Septum, der Fornix und der cinguläre Cortex gezählt, deren Gemeinsamkeit emotionale und motivationale Funktionen sind. Dieses System wird in zwei miteinander interagierende Schaltkreise unterschieden. Der Papez-Schaltkreis (oder auch medialer limbischer Schaltkreis; Papez, 1937) ist entscheidend an der Einspeicherung aller episodischen (wie vermutlich auch semantischen) Inhalte in das Langzeitgedächtnis beteiligt ist (Reinhold et al., 2006).Der basolaterale-limbische Schaltkreis beschreibt (vereinfacht) ein Dreieck zwischen Amygdala, mediodorsalem Thalamuskern und der Area subcallosa (bis zum anterioren Teil der Insula). Dieser Schaltkreis scheint im Vergleich zum Papez-Schaltkreis stärker mit der emotionalen Bewertung und Bündelung der aufgenommenen Informationen beschäftigt zu sein (Reinhold et al., 2006). Schaubild Vermeidungslernen.

PowerPoint Presentation

Selektive Aufmerksamkeit.

Borderline-Patienten bevorzugen insbesondere

negativ emotionales Material.

Flucht bei Konfrontation.

 

Korfine und Hooley (2000) verwandten in ihrer Studie neben positiven, negativen und neutralen Worten auch borderline-spezifische Worte, die in die typischen kognitiven Konzepte der BPS passen (z.B. verlassen, instabil, ärgerlich, gefühllos). Das Paradigma verlangte von den Probanden, diese Worte gezielt zu vergessen (kognitive Inhibition), dennoch erinnerten BPSPatienten sich vor allem an die typischen BPS störungsspezifischen Worte im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen signifikant häufiger. Bislang existieren zu selektiven Aufmerksamkeitsprozessen bei Borderline-Symptomatik kaum Forschungsarbeiten. Eine erste Arbeit konnte zeigen, dass erwachsene Borderline-Patienten eine allgemeine Hypervigilanz auf negativ emotionale Wörter zeigen (Arntz, Appels, & Sieswerda, 2000). Des Weiteren zeigten sich bei erwachsenen Borderline-Patienten Schwierigkeiten bei der Inhibition der Verarbeitung von borderline-relevanten Wörtern (Korfine & Hooley, 2000).

Diese Studien deuten darauf hin, dass die Informationsverarbeitung bei Borderline-Patienten insbesondere negativ emotionales bzw. borderlinerelevantes Material bevorzugt, was an der Entwicklung weiterer kognitiver Verzerrungen, an der emotionalen Regulation und an der Entwicklung maladaptiven Verhaltens beteiligt sein könnte. Es gelang einer Gruppe von BPS-Patienten im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe zudem weniger gut, Reaktionen auf einen zuvor bestraften Stimulus zu unterdrücken  (Leyton et al., 2001).

Borderline.

Präfrontaler Kortex:

„verminderte Aktivität.“

Bildgebende Befunde des Gehirns zeigen bei der BPS entsprechend Auffälligkeiten in assoziierten Arealen: Herpertz et al. (2001) beobachteten bei der Präsentation emotionaler Bilder im Magnetresonanztomographen eine vergleichsweise erhöhte Aktivierung des basolateralen und ventromedialen frontalen Kortex bei BPSPatienten, was die Autoren als Veränderung inhibitorischer Funktionen interpretierten (Herpertz et al., 2001). Silbersweig et al. (2007) zeigten bei einer go/Nogo Aufgabe mit negativen Stimuli eine verminderte Aktivierung des medialen orbitofrontalen Kortex bei BPSPatienten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. Sie interpretieren diese Befunde als verminderte inhibitorische Kontrolle v.a. über negatives im Vergleich zu neutralem und positivem Material. Auch bildgebende Studien des Gehirns im Ruhezustand verweisen auf einen reduzierten Metabolismus im dorsolateralenpräfrontalen Kortex bei BPS-Patienten verglichen mit gesunden Kontrollpersonen  (Goyer et al., 1994; De La Fuente et al., 1997; Soloff, Meltzer et al., 2000; Soloff et al., 2003).

Borderline.

Überschnelle Reaktionen.

Die BPS ist durch einen impulsiven Reaktionsstil gekennzeichnet. Dabei wird auf externe Stimuli relativ unmittelbar und unkontrolliert reagiert, d.h. bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem die entsprechende Informationsverarbeitung noch gar nicht abgeschlossen ist  (Moeller et al., 2001; Williams et al., 2006). Ein solcher impulsiver Reaktionsstil ist bereits vielfach gezeigt worden (Fertuck, Lenzenweger et al., 2006): In einer neueren Studie von Rentrop et al. (2008) reagierten BPS-Patienten in einer Go/Nogo Aufgabe – ungeachtet des Schwierigkeitsgrades – signifikant schneller als die Kontrollgruppe, obwohl es keine Instruktion gab so schnell wie möglich zu antworten. Dabei scheinen Beeinträchtigungen in der Selbstkontrolle ausschlaggebend: BPS-Patienten haben Schwierigkeiten, vorschnelle behaviorale Reaktionen zu inhibieren (Fertucket al., 2005). Rentrop et al. (2008) beschreiben entsprechend eine Reaktion ihrer BPS-Probandinnen, die sie mit frontal geschädigten Patienten vergleichen: Sie hätten ihren Fehler durchaus bemerkt und manche berichteten, „ihr Finger hätte sich bewegt, bevor sie eine Entscheidung treffen konnten“ (Rentrop et al., 2008).

Borderline.

Überschnelles Denken.

Patienten mit einer BPS waren in den schweren Aufgaben deutlich schneller als die Kontrollpersonen. Generell nimmt bei zunehmender Geschwindigkeit die Korrektheit der Reaktion ab und es müssen mehr Fehler erwartet werden (Geschwindigkeits-Genauigkeits-Ausgleich).  Patienten mit einer BPS machten mehr Doppelfehler als gesunde Kontrollprobanden BPS-Patienten reagierten relativ gleichförmig auf leichte, moderate und schwere Aufgaben, während Kontrollpersonen ihre Reaktionszeit der Aufgabenschwierigkeit anpassten und v.a. bei schweren Aufgaben länger für die Reaktion brauchten.

Starre selektive Wahrnehmung.

Aufmerksamkeitsverzerrung.

Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, Art, Ausmaß und Konsequenzen von Aufmerksamkeitsverzerrungen bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung anhand der bestehenden Literatur zu analysieren. Der kognitive Ansatz geht davon aus, dass starre dysfunktionale Schemata einen kognitiv-emotionalen Kreislauf in Gang setzen, in dem es zu einer voreingenommenen Wahrnehmung und Erinnerung kommt, die zu einer weiteren Verstärkung der Symptomatik beiträgt.Vorläufige empirische Befunde legen nahe, dass die Patienten eine allgemeine und keine spezifische selektive Aufmerksamkeit auf negative emotionale Reize zeigen.

Die Borderline-Störung (BPS) ist heute nicht mehr als im Grenzbereich (engl. „borderline“)  von Psychose und Neurose liegend konzeptualisiert, sondern als  Persönlichkeitsstörung. Persönlichkeitsstörungen werden als feste, unflexible Muster des Verhaltens und Erlebens  definiert. Sie entstehen im Vergleich zur Mehrheit der Bevölkerung durch deutliche Abweichungen im Denken, Wahrnehmen und Fühlen und äußern sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche Situationen und Lebenslagen. Sie sind mit subjektivem Leiden verbunden, führen zu Funktionsbeeinträchtigungen (z.B. im Berufsleben) und bringen die Tendenz zu ständiger Norm- und Regelverletzung mit sich. Diese Eigenarten sind bis in der Kindheit oder Adoleszenz zurückzuverfolgen (Bohus, 2002; Bohus und Schmahl, 2006; Lieb et al., 2004).

Selbstkontrolle.

Affekt und Emotion.

Zielgerichtetes menschliches Verhalten wird unter anderem über Annäherungs-  und Vermeidungsverhalten gegenüber bestimmten Umweltreizen gesteuert. Die Konsequenzen dieser Reaktionen bewirken über die menschliche Entwicklung die Anpassung und Optimierung von Verhalten, um langfristig ein Maximum an Belohnung bei einem Minimum an Bestrafung zu erreichen. Die bewusste und willentliche Kontrolle von Aufmerksamkeit und motorischer Reaktion (Interferenzkontrolle) und die Fähigkeit, Informationen im Arbeitsgedächtnis (kognitive Inhibition) und/oder motorische Reaktionen (behaviorale Inhibition) zu unterdrücken. Im vorliegenden Kontext ist insbesondere die Fähigkeit, eine einem emotionalen Zustand entspringende Verhaltenstendenz zu unterdrücken, ein wichtiger Bestandteil der Selbstkontrolle (motivational-affektive Inhibition).

BPS-Patienten neigen zu sehr intensiven emotionalen Zuständen. Dabei sind negative gegenüber positiven Emotionen und Affekten vorherrschend. Sie bilden eines der herausragenden Merkmale der BPS (Clarkin und Posner, 2005). BPS-Patienten haben im Allgemeinen große Probleme, sich und ihre Affekte zu regulieren und verschiedene experimentelle Studien untermauern die Hypothese einer beeinträchtigten Selbstkontrolle: Eine Studie konnte Beeinträchtigungen von BPS-Patienten in einer visuellen Flankeraufgabe zeigen, welche die Konfliktverarbeitung zwischen zwei wetteifernden Reaktionen in Bezug auf ein Ziel anstieß (Interferenzkontrolle) (Posner et al., 2002).

Invalidierendes Elternhaus.

Dysfunctional.

Die gesunde Entwicklung der Fähigkeit zur Selbstkontrolle ist beginnend im Kleinkindalter gut untersucht und in ihrem stetigen Ausbau der Entwicklung des Intelligenzquotienten vergleichbar  (Posner und Rothbart, 2000). Die Entwicklung der Selbstkontrolle beeinflusst auch den Erwerb prosozialen Verhaltens, die Entwicklung der Empathiefähigkeit und die Ausbildung genereller Problemlösefähigkeiten (Posner und Rothbart, 2000). Entsprechend zeigen BPS-Patienten Auffälligkeiten im interpersonellen Umgang und sie nutzen häufiger dysfunktionale Problemlösestrategien. Zum Entwicklungsverlauf speziell der affektiv-motivationalen Inhibionsfähigkeit bei BPS wird neben genetischen Einflüssen angenommen, dass Bezugspersonen in der frühen Kindheit die Affekte des betroffenen Kindes nicht validierten und dem Kind nicht beibrachten, vor allem mit unangenehmen Affekten angemessen umzugehen. Ein derart „invalidierendes Elternhaus“ führt in der Folge zu einer Dysfunktion des emotionsregulierenden Systems, die typischerweise bis in das Erwachsenenalter anhält (Linehan, 1993; Zanarini, 2000).Die Kriterienkataloge der ICD-10 (Dilling et al., 2004) und des DSM-IV-TR (Saß et al., 2003) beschreiben entsprechend eine emotionale bzw. affektive Instabilität  bei BPS, womit gleichermaßen eine Neigung zu heftiger Gefühlsauslenkung reaktiv auf auslösende Ereignisse hin gemeint ist. Klinische Beobachtungen führten zur Unterscheidung der folgende Reaktionskomponenten: Eine extreme emotionale Reaktionen auch schon auf schwache auslösende Reize und eine verlangsamten  Rückkehr zum emotionalen Ausgangsniveau.

Gefühl- Belohnungszentrum.

Limbisches System.

Mit dem Aufkommen bildgebender Verfahren des Gehirns konnte die Hypothese einer limbischen Hyperreagibilität auf aversive Stimuli empirisch untermauert werden, auch wenn sich auf der Ebene des offenen Verhaltens weiterhin keine Gruppenunterschiede beobachten ließen: Die Amygdala ist zentral in die Verarbeitung viszeral-physiologischer, emotionaler und motivationaler Reaktionsmuster auf emotions- und verhaltensrelevante Reize eingebunden. Diese Struktur war bei BPS-Patientinnen in Reaktion auf aversive Reize vergleichsweise stärker aktiviert als bei gesunden Kontrollprobanden (Herpertz et al., 2001; Donegan et al., 2003). Eine veränderte Aktivierung von Strukturen des limbischen Systems von BPS-Patientinnen in Reaktion auf aversive autobiographische Gedächtnisinhalte (Verlassen werden, Erinnerungen an sexuellen Missbrauch) konnten auch Schmahl et al. (2003, 2004)  zeigen. Bei diesem für BPS-Patienten sehr relevanten Inhalt fanden sich auch Gruppenunterschiede in der subjektiven Einschätzung des emotionalen Erlebens.

Möglicherweise ist also die Relevanz des Stimulusmaterials bedeutsamer als dessen emotionale Valenz, um eine stärkere Reaktivität bei BPS-Patienten zu beobachten. Eine frühe Studie beobachtete entsprechend anhand von Fragebogendaten ein intensiveres negativ emotionales Reagieren von BPS-Patienten auf standardisierte alltägliche belastende Lebensereignisse im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen  (Levine et al., 1997). Auch die oben bereits beschriebene Studie von Korfine und Hooley (2000), die eine verminderte Vergessensleistung borderline-relevanter Worte bei BPS-Patienten zeigen konnten, stützt die Bedeutung der persönlichen Relevanz im Vergleich zur emotionalen Valenz des Wortmaterials. Schmahl et al. berichten in den oben beschriebenen Studien neben einer erhöhten Reaktivität limbischer Strukturen auch eine verminderte bis gänzlich ausbleibende Aktivierung des anterioren Cingulums im Gehirn der BPS-Patienten in Reaktion auf relevantes emotionales Stimulusmaterial (Schmahl et al., 2003, 2004).

Borderline Dysfunction.

ACC Cortex.

Das anteriore Cingulum ist u.a. in die Kontrolle und Regulation von Affekten eingebunden und ist vermutlich an der gestörten Affektregulation bei BPS entscheidend beteiligt. Insgesamt lassen die bildgebenden Befunde des Gehirns von BPS-Patientinnen also auf eine Überreagibilität exzitatorischer Strukturen schließen, die sich jedoch vorwiegend dann auch im offenen Verhalten ausdrücken, wenn inhaltlich relevantes Material dargeboten wird. Als neuroanatomisches Korrelat  für  Steuerungs- und Koordinationsinstanz sieht Damasio (1996) insbesondere den ventromedialen PFC. Dessen Steuerungs- und Kontrollprozesse beinhalteen hemmende Einflüsse auf die Amygdala. Dies ermöglicht dem PFC das ausgelöste Programm der Amygdala nach einer Reizkonfrontation zu unterbrechen, wenn der PFC die Situation als ungefährlich einschätzt. Diese Funktion wird speziell dem linken Präfrontallappen zugesprochen (Fast & Markowitsch, 2004), insbesondere dem medialen Cortexbereich (Morgan & LeDoux).  Innerhalb des PFC wird noch eine weitere bedeutende Struktur für die Emotionsverarbeitung differenziert, der ACC.

Diese Region liegt im Bereich des Rostrums des Corpus Callosums und ist gekennzeichnet durch seine vielfältigen Verknüpfungen zu anderen Strukturen, wie z.B. der Amygdala, dem Hypothalamus, dem periaquäduktalen Grau und dem motorischen Cortex. Damit nimmt der ACC sowohl eine Schlüsselrolle für Emotionen als auch Kognitionen ein (Devinsky, Morrell & Vogt, 1995; Haas, Omura, Constable & Canli, 2006; Yamasaki, LaBar & McCarthy, 2002). Die Hauptfunktionen dieser Region werden in der Mediation emotionaler Lernvorgänge, dem Ausdruck internaler emotionaler Zustände, der Bewertung motivationaler Anteile und der Bewertung der emotionalen Valenz von internalen und externalen Stimuli angenommen (Devinsky et al.,1995).

Zusammenfassend wird somit eine Beteiligung dieses Areals an der emotionalen Steuerung von Verhalten sowie am Konfliktmanagement postuliert (Hamner, Lorberbaum & George, 1999; Fan, Hof, Guise, Fossella, & Posner, 2008; Vogt & Gabriel, 1993; Vogt et al., 2004). Dementsprechend konnten Dysfunktionen des ACC mit emotionaler Dysregulation, abweichendem sozialen Verhalten, destruktiv-suizidalem und impulsiv-risikoreichem Verhalten in Verbindung gebracht werden (Devinsky et al., 1995; Lanius et al., 2003).

Stress & Trauma.

Volumenminderung Hippocampus.

Chronischer Stress wurde wiederholt mit einer Atrophie (Rückbildung) des Hippocampus in Verbindung gebracht (Bremner, 1999; Markowitsch et al., 1998; Sapolsky, 1996; Smith, 1996). Dies wird den neurotoxischen Wirkungen des Cortisols zugeschrieben. So wird in verschiedenen Studien eine strukturelle Volumenminderung des Hippocampusvolumens bei chronisch traumatisierten Personen beobachtet (z.B. Kriegsveteranen, Missbrauchsopfer) berichtet. In unterschiedlichen Studien lag eine solche Volumenabnahme bei bis zu 26% im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden (Bremner et al., 1997; Bremner et al., 2003; Gurvits et al., 1996). Allerdings könnte laut Gilbertson und Mitarbeitern (Gilbertson et al., 2002) das reduzierte Hippocampusvolumen eine „neuroanatomische Prädisposition“ bzw. einen Vulnerabilitätsfaktor darstellen, der dazu führt, auf das Erleben eines traumatischen Ereignisses mit einer PTSD zu reagieren. Da exzessiver Stress also zu erheblichen funktionellen oder gar morphologischen Veränderungen von Hirnregionen führen kann, scheint der Zeitpunkt der Traumatisierung von besonderer Bedeutung zu sein.

Eine entwicklungsgeschichtlich frühe Traumatisierung kann dann zu Beeinträchtigung der Reifung unterschiedlicher Regionen oder Funktionssystemen führen (Schore, 2002; Teicher et al., 2003). Schore (2002) beschreibt als Folge (früh)kindlicher Traumatisierung (und/oder „gestörter“ Bindungsmuster) eine spezifische Vulnerabilität der rechten Hemisphäre, insbesondere des limbischen Systems, des OFC und des anterioren cingulären Cortex, die für emotionale Prozesse entscheidend sind. Einschränkungen von Funktionen wie der Affektregulierung, des Bindungsverhaltens sowie der Stressmodulation seien die Folge und können auf psychischer wie körperlicher Ebene zu fehlangepasstem Verhalten führen. Teicher und Mitarbeitern beschreiben zudem eine Volumenreduktion spezifische Strukturen der linken Hemisphäre (u.a. Hippocampus), womit eine Steuerung und/oder Inhibierung von „emotionalen (Über-)Reaktionen“ nur bedingt stattfinden kann.

http://vts.uni-ulm.de/docs/2011/7508/vts_7508_10706.pdf

http://pub.uni-bielefeld.de/download/2305205/2305208

Borderline und Kritik.

Emotionale Überreaktionen.

Transaktionsanalyse.

Manuela Rösel: „Stellen Sie sich auch darauf ein, dass Sie für Ihre kritische Betrachtung (des BPS Partners) und Ihr realistisches Hinterfragen nicht unbedingt eine positive Reflektion erhalten.“ Leseprobe. Manuela Rösel. Borderline verstehen mit Hilfe der Transaktionsanalyse. Partner, die sich in der Regel in einer verschmelzenden Beziehung zu ihrer Borderline-Persönlichkeit befinden, reagieren meist unangebracht angepasst. Sie widersprechen selten, akzeptieren und unterstützen auch irrationale Ziele und versuchen viel zu lange ihre unstillbaren Partner zufriedenzustellen. Nicht wenige verlieren so ihre Existenz.

Hinweis: Als Partner sollten Sie sich Ihres eigenen kindlichen „ich bin nicht o.k.“ und der daraus resultierenden Neigung, den Wünschen der Bezugsperson unhinterfragt zu entsprechen, bewusst werden. Partner glauben aus ihrer Lebensanschauung heraus, dann vielleicht o.k. zu sein, wenn sie so funktionieren, wie andere es wünschen (negativ, angepasstes Kind-Ich). Womit diese, auf der Jagd nach ihrem o.k., genauso wenig in der Beziehung präsent sind, wie Betroffene. Nicht selten forcieren ihre coabhängigen Tendenzen, die Fehlentscheidungen und überzogenen Erwartungen der Betroffenen und bereiten so erst den Weg in katastrophale Krisen. Hilfreich ist hier allein ehrliche Reflektion.

Distanzieren Sie sich von der Verlockung, sich auf eine weitere verführerische Verschmelzungsrunde im begeisterten Kind-Ich (des BPS-Partners) einzulassen. Zumal die aus einer Fehlentscheidung resultierende Enttäuschung in der Regel auch für den Partner schmerzhafte Konsequenzen nach sich ziehen.Nutzen Sie als Angehöriger Ihr Erwachsenen-Ich. Welche Konsequenzen hat das Ziel, womit muss gerechnet werden, wie lässt sich das finanzieren, was konkret wird von der Zielstellung erwartet? Betroffene konzentrieren sich in ihrer Motivation zumeist auf ihr emotionales (kindliches) Erleben, die Erwachsenenebene wird dabei oft nicht involviert, was dann auch zu massiven Enttäuschungen führt, die dann in der Verantwortung wieder äußeren Gegebenheiten zugeschrieben wird. Stellen Sie sich auch darauf ein, dass Sie für Ihre kritische Betrachtung und Ihr realistisches Hinterfragen nicht unbedingt eine positive Reflektion erhalten. Da der Partner durch seine Kritik auch eine gewisse Eigenständigkeit zeigt, kann er durchaus von der Borderline Persönlichkeit auch als bedrohlich wahrgenommen werden. Kritische Impulse werden dann oft wie Angriffe abgewehrt. Zumal jegliche Kritik oder Zurückhaltung von diesen meist als „Angriff“ wahrgenommen werden.

3 Gedanken zu “Selektive Wahrnehmung. Neuroanatomie der Emotionen.

  1. cosy schreibt:

    Was soll der vorvorletzte Satz?Kritisieren ist keineswegs absolut ein Zeichen von Eigenständigkeit.Es kann eins sein,muss aber nicht.Es ist sogar möglich,dass es ganau das Gegenteil ist.Du könntest Gebrauchsanleitungen herausgeben.Titel:“Wie meisle ich Vorurteile in Beton?“..oder so.(heist es meisle oder meisele?)Ach,zu schwierig..nochmal:“Wie giesse ich Vorurteile in Beton?“(‚giesse‘ muß ich nicht erst googeln)War das jetzt Faulheit oder Kreativität?

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    • citisite schreibt:

      Schwierigkeiten mit Deutsch ?

      Der Buchtitel wird heissen: «Wie gehe ich mit der Meise meiner Partnerin um!» Oder / und: «Wie giesse ich meine Partnerin in Beton!»

      Kapitto! Nützliche Gebrauchsanleitungen für Jeder-Mann!

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  2. cosy schreibt:

    Jetzt weiss ich endlich,wen Mose wirklich in den Stein gehauen hat!Seine Frau.Die Bibel also auch in den Altpapiercontainer…
    Anatomie der Emotionen..das ist so logisch wie Gewicht in Metern .Aber deiner ist ja 80 km schwer,du darfst das.Ich gehe jetzt das Meer teilen,da wird es blauer von .

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