Emotionale Gesprächsdeppen. Betreuungstelle Würzburg.


 

gespräch

Wenn in einem Vorstand oder einer Geschäftsführung um wichtige Entscheidungen gerungen wird, dann geht es dort schon manchmal so zur Sache, dass es zarter besaiteten Gemütern „Angst und Bange“ werden würde.

Empathie setzt nicht nur die technische Beherrschung des Handwerkszeugs voraus, sondern vor allem sich wenigstens für ein paar Minuten voll auf die Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse des Gesprächspartners zu konzentrieren – was zugleich bedeutet, die eigenen zurückzustellen. Die erste Stufe besteht schlicht darin, dass man dem Gesprächspartner mit voller Aufmerksamkeit zuhört und dies auch durch Körperhaltung, Mimik und Ausdruckssignale deutlich (!) zu erkennen gibt.

Die vierte Stufe trägt in der Gesprächstherapie die etwas sperrige Bezeichnung „Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte“. So ist die Aussage: „Es ist eine riesige Unverschämtheit, dass …“ keine Aussage (!) über die Fakten (!) sondern eine Aussage über Gefühle. Andere Menschen reden vordergründig ganz nüchtern und sachlich über Fakten und über die Konsequenzen, die nach ihrer Meinung aus diesen Fakten abzuleiten sind – und bemerken ebenfalls nicht, dass sie in Wirklichkeit gar nicht über Fakten (!) reden, sondern über ihre Gedanken und Gefühle zu diesen Fakten.

Was insofern ein elementarer Unterschied ist, als auch ihre Konsequenzen dann keine (!) Reaktion auf die nüchternen Fakten sind, sondern eine Reaktion auf Gefühle. Deutungen und Interpretationen sind an dieser Stelle nutzlose „Psycho-Spielchen“; sie bringen nichts außer dem Risiko, das Gespräch in eine Sackgasse zu führen. Der erfahrene Konfliktmanager Rosenberg geht noch einen Schritt weiter und behauptet, dass die allermeisten Konflikte binnen 20 Minuten lösbar sind.

Psychopathen haben beim Zuhören nicht die Absicht zu verstehen, sondern zu antworten.

Psychopathen können Kommunikation nicht entziffern. Psychopathen sind unfähig, beim eigentlichen Thema zu bleiben und haben eine höchst geschickte Art und Weise, vom Thema abzulenken. Sie lieben es über sich selbst zu sprechen – gezwungenermassen – denn wer nichts reflektieren kann muss von seiner Infantilität ablenken indem er über das einzige spricht, womit er etwas anfangen kann: „über sich!“ Es macht also wenig Sinn bei Psychopathen die gleichen Diskussionspunkte vergeblich und ohne irgendein Ergebnis immer und immer wieder anzusprechen. Das kann zu geistiger Verwirrung bis totaler geistiger Erschöpfung für geistig gesunde, empathische Menschen führen.

In ihrem wegweisenden Buch: „Women who loves psychopaths“ beschreibt Sandra L. Brown erstmalig detailliert die sich im Kreis drehenden Gespräche mit diesen Personen: Sie spricht von Loop-wholing (sich im Kreis drehen), Word-Twisting (Worte herumdrehen) und Comprehension-dodging (in etwa: den Bedeutungsumfang „umschiffen“). Psychopathen und verwandte Persönlichkeitsstörungen (Soziopathen, Narzissten, Borderliner, Histrioniker, antisoziale Persönlichkeitsstörung usw. – wie definiert im DSM – Diagnostic Statistic Manual) verändern die Bedeutung der Worte und Sprache, sprechen inhaltlich in Bruchstücken und versuchen permanent, vom eigentlichen Thema abzulenken, um ihre eigenen manipulativen Wünsche und Ziele zu erreichen.

Ziel kann auch sein, der Diskussion völlig aus dem Weg zu gehen um einen emotionalen Missbrauch zu verbergen. Fragen nicht beantworten – oder – was meist anzunehmen ist, die Frage überhaupt nicht verstanden wird. Antwort durch etwas vom eigentlichen Thema unabhängigem Inhalt „beantworten“ Ein Wort in einem Satz so herumdrehen, dass daraus ein Streit hervorgeht. Das Benutzen von Phrasen-, die die andere Seite aufgrund des „idiotischen“ Kontext-Mangels nicht verstehen kann.

Das eigene Verhalten durch Projektion auf den anderen übertragen.

Eine gestörte Wahrnehmung geht mit einer gestörten Kommunikation einher. Jemand, der dem Mechanismus der Spaltung unterliegt (Narzissmus, Borderline), fühlt, denkt und handelt aus einer völlig anderen Ausgangsposition heraus als wir (was wir aber zunächst nicht wissen können). Eine betroffene Person widerspricht sich immer wieder selbst, untergräbt ihre eigenen Worte und lügt unserer Ansicht nach auch.

Dies hängt damit zusammen, dass diese Person zwischen zwei gegensätzlichen Selbstbildern und Bewusstseinszuständen (schwarz- weiß), die ohne Verbindung nebeneinander ablaufen, hin und her wechselt. Der Sprung von einem extremen Pol zum anderen kann mitunter sehr rasch erfolgen und Gesprächspartner im Zustand der völligen Verwirrung hinterlassen. Denn Betroffene drehen nicht nur sich selbst das Wort im Munde herum, sondern auch uns (weil sie uns und unsere Worte anders wahrnehmen als wir/sie sind).

Es gibt für sie keinen „roten Faden“, keine Kohärenz. Betroffene beziehen sich auf ihre innere Realität (Selbstbezogenheit), nicht auf die äußere. Ihnen sind die zuvor geäußerten Worte und die Konsequenzen ihrer Aussagen nicht bewusst. Vor allem (vermeintliche oder reale) Kritik aktiviert die o. g. Maschinerie sehr schnell und heftig. Konfliktgespräche sind nicht möglich. Als Gegenüber bleiben wir im lufleeren Gesprächs-/Beziehungsraum zurück. Von Persönlichkeiten mit deutlich eingeschränkten „Ich- Funktionen“ oder „Ich- Defekten“ kommen wir uns „verschaukelt“ oder belogen vor…. und/oder wir trauen unserer eigenen Wahrnehmung nicht.

Da unser Gegenüber nicht das Ganze erkennen kann, hat er/sie (wie ein kleines Kind) oft gar keine Erinnerung an das Davor…. und selbst dann, wenn er/sie hat, gilt die „Lüge“ oder der Widerspruch ihr/ihm noch zum Schutz.

Konfrontiert mit den Lügen wird er (der Bewusstlose) entweder schweigen, lachen oder die nächste haarsträubende Geschichte erfinden und parallel die, die Wahrheit aufzeigen, kaltblütig als Lügner und Verdreher der Wahrheit, als geistesgestört, bezeichnen. Das der Bewusstlose selbst geistesgestört ist, erkennt er, aufgrund seiner Geistesstörung, nicht. Bewusstlose passen die Realität gemäss ihren narzisstischen Selbst-Täuschungen und Wahnvorstellungen an.

Manipulation, Lügen bzw eine sehr freie Interpretation oder Verdrehung der Wahrheit und ein ein unerschütterlicher Egoismus schwingen als Hintergrundmusik ewig mit. Das dumme Grinsen und ein dämlicher Gesichtsausdruck oder die pure Gleichgültigkeit, wenn die Menschen, die der Bewusstlose benutzt und langsam aussaugt, an den Rande des Wahnsinns getrieben werden, enthüllen die Kaltblütigkeit des charmanten, charismatischen “NiceGuys” oder “NiceGirls” nach und nach.

Manipulatoren lügen oft, indem sie einen signifikanten Teil der Wahrheit verschweigen , oder die Wahrheit „verdrehen. Eine andere Variante wäre, einen für die „Story-Line“ wichtigen Teil dazu zu erfinden oder die Charaktere der Protagonisten einer Geschichte zu verändern.

Unaufmerksamkeit

Diese Taktik ist der Verleugnung ähnlich und wird daher manchmal mit Ihr verwechselt. Der Aggressor macht „auf blöd“,oder „tut so“, als hätte er „es“ vergessen. Wenn der Manipulator diese Taktik anwendet, ignoriert er aktiv die Warnungen, Bedenken oder Wünsche Anderer und weigert sich, dem Aufmerksamkeit zu schenken, was ihn von seiner eigenen Agenda abhalten könnte.

Verleugnung

Von Verleugnung spricht man, wenn der Aggressor verweigert zuzugeben, etwas Gefährdendes getan zu haben, obwohl er es klar und deutlich getan hat. Es ist ein Weg, wie Aggressoren sich selbst (und Andere) bezüglich ihrer aggressiven Intentionen belügen. Die „Wer… ICH?” – Taktik ist eine Art des “unschuldig Spielens”, und bringt das Opfer dazu, die eigene Rechtfertigung der Anschuldigung (bezüglich des Verhaltens der Anderen Seite) in Frage zu stellen. Es ist auch ein gut geeigneter Weg für den Aggressor, sich selbst die Erlaubnis für das zu geben, was er tun will.

Ablenkung /Kurswechsel Diversion

Eine Zielscheibe, die sich kontinuierlich bewegt, ist schwer zu treffen. Wenn man versucht, einen Manipulator (auf sein Verhalten, seine Aussagen etc) „festzunageln“ oder versucht, eine Diskussion auf einem bestimmten inhaltlichen Diskussionsgegenstand festzulegen, der zur Debatte steht, ist eine Maipulator Experte darin, diesen Diskussionsgegenstand zu wechseln, auf ein anderes Thema ab- oder umzulenken oder die Gegenseite „aus dem Konzept“ zu bringen.

Verbale Achterbahn.

In langen nebensächlichen Geschichten ausschweifen um die eigentliche Diskussion ab- und überzulenken auf andere Inhalte. Ein Wort benutzen um eine Assoziation hervorzurufen aber der normale Gebrauch dieses Wortes bedeutet im „normalen“ Sprachgebrauch etwas völlig anderes. Dabei scheinen Psychopathen besonders gut darin zu sein, unaufhörlich die Aufmerksamkeit inhaltlich auf die eigene (unlogische) Argumentation zu lenken.

Es erscheint, im Nachhinein auch manchmal so, als ob man sich im Gespräch mit bestimmten Psychopathen in einer Art Zeitschleife und Trance befindet. Man benötigt ein eigenes Wörterbuch, um sich klar zu machen, was bestimmte Worte für den „Bewusstlosen“ wirklich bedeuten: “Gemeinsame Verpflichtungen” lässt sich übersetzen in: “Du musst alles in deinem Leben um mich herum gestalten, während ich genau das tue, was ich will” – “Ich vermisse dich“ bedeutet: „ ich vermisse die Funktion, die du in meinem Leben spielst, mich zu befriedigen“ – “Wir gehören zusammen” bedeutet: “Du gehörst mir völlig, während ich frei bin.”

Mangelhaftes soziales Normverständnis.

Die “Übersetzungsliste” psychopathischer Sprache könnte endlos fortgesetzt werden. In zahlreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass verschiedene Hirnregionen von „empathielosen“ Persönlichkeitsstrukturen ein Struktur- und/oder Funktionsdefizit aufweisen. Die Gehirnmasse in der präfrontalen und orbitofrontalen Großhirnrinde ist reduziert. Dies ist u. a. assoziiert mit mangelhaftem sozialem Normverständnis und dem Fehlen von Schuldbewusstsein. Des Weiteren wurde eine Dysregulation der Amygdalafunktion beschrieben. Das grösste Problem fühlender empathischer Menschen ist es, nicht zu verstehen, oder nicht glauben zu wollen, dass es Personen gibt, deren Innenleben völlig anders ist, als ihr Eigenes. Und dass sich, egal welche verbalen Beteuerungen der Besserung der Einsicht und des Verstehens gemacht werden, diese Personen nicht ändern werden. Nur unter massivstem Druck und Drohungen in der Gegenwart weichen sie einen Schritt zurück.

 

10 Gründe warum man mit Psychopathen nicht reden kann.

Es macht wenig Sinn bei Psychopathen die gleichen Diskussionspunkte (Konflikte) vergeblich und ohne irgendein Ergebnis immer und immer wieder anzusprechen. Das kann zu geistiger Verwirrung bis totaler geistiger Erschöpfung für geistig gesunde, empathische Menschen führen. Der Versuch, Probleme im Zusammenhang mit „Bewusstlosen“ zu lösen, also irgendeine Art von (inhaltlichem) Fortschritt zu erzielen, wird sich als unmöglich gestalten. Bewusstlose haben kein Interesse an einem einvernehmlichen, lösungsorientierten Gespräch, da sie das Konzept “Kommunikation” aufgrund ihres geistigen Defizits nicht verstehen.

 

10 Reasons You Can’t Communicate with Psychopaths.

  • The Big Bamboozle. Bewusstlose klammern sich an ihr eigenes Glaubenssystem. Fakten werden ignoriert. When you present facts that contradict her beliefs, she bamboozles you by going on off-topic tangents. Narcissists, borderlines and bullies not only “can’t handle the truth.”
  • SHUT UP! Bewusstlose wechseln das Thema nach 10 Sekunden. Sie verstehen nicht worum es im Gespräch geht. Sie reden off topic. When you try to explain your feelings or point of view, psychopaths may explicitly tell you to, “Shut up!” 
  • Name-Calling. Bewusstlose rennen bei der Wahrheit weg oder werden hysterisch.  This is the last resort of bullies, such as NPD/BPD. Because they can’t intelligently defend their position or their behaviors, they resort to emotionally-based personal attacks.
  • Projection. Das letzte Mittel Kommunikation zu verweigern sind emotionale Angriffe auf einem Logikniveau das Seinesgleichen sucht.NPD/BPD accuse their targets of things that they themselves are actually guilty of. This is a primitive defense mechanism.
  • Splitting. Bewusstlose denken schwarz / weiss. Sie drehen alles paranoid herum. Man zweifelt am eigenen Verstand.  This is another very primitive defense mechanism. NPD/BPD see people and the world in all-or-nothing, good vs. evil, black-and-white terms.
  • Smear Campaigns. Bewusstlose spalten ihr Chaos ab und projizieren es auf das Gegenüber.  First, they split, then they smear. It’s not enough for NPD/BPD to disagree with and despise you.
  • Gaslighting. Bewusstlose verleumden dich und je grösser die Lüge ist, desto mehr glauben andere dem Bewusstlosen.  Psychopaths with these issues both deny things they’ve said and done and accuse you of the very same transgressions they committed.
  • Lies. Bewusstlose verleugnen was sie gesagt oder getan haben und unterstellen dem Gesunden dass der sich irrt. Man zweifelt am eigenen Verstand.
  • Increasing the Volume; Not the Logic. Ein Bewusstloser wird umso lauter je unlogischer er spricht. The more wrong an emotionally abusive NPD/BPD is, the louder and/or more resolute she gets. 

Bedrückend ist, daß sich fast jede Form menschlicher Aggression, die mit Kommunikationsverweigerung vonstatten geht von der Psyche in einen Mißbrauchskontext gebracht werden kann. Kommunikationsverweigerung ist gesundheitsschädlich, nicht nur für die Menschen, die schon als Kinder durch Schweigen bestraft wurden. Ausschluss aus der sozialen Gemeinschaft, „Exkommunikation.“ Das sind die ärgsten Strafen, die man jemand zufügen kann. Die perverse Aggression legitimiert sich durch Monopolisierung der Kommunikation selbst, entzieht sich den Beschwerden und führt so zum sozialen Kontrollverlust des Betroffenen. Das ist vom Tätertypen auch so gewünscht.

Benutzen-Beschuldigen ist der Kern des F.O.G. – Fear, Guilt & Obligation. Dieser Begriff wurde von Susan Forward und Donna Frazier in “Emotional Blackmail“ geprägt und ist wegen fog = Nebel, Dunst zur Metapher für emotionale und moralische Erpressung geworden. Zum Benutzen zählt auch, etwas nicht zu verlangen, was einem eigentlich zusteht.

Macht (im Sinne von „Macht über“) ist die Möglichkeit, durch Bestrafung Furcht zu erzeugen und andere damit zur Kooperation zu zwingen, sie also zu kontrollieren. Benutzen-Beschuldigen ist damit ein Synonym für den Machtge- bzw. mißbrauch. Es ist die (teil-)assoziierte, instinktiv erfaßbare Perspektive des Abstraktums ‚Macht über (mich)‘. Aus der Perspektive der Betroffenen handelt es sich um ein „entweder mich benutzen lassen oder beschuldigt werden“ und ist damit gleichzeitig ein Dilemma, d.h. es gibt nur zwei Möglichkeiten. Die perverse Beschuldigung ist eine willkürliche Anklage, gegen die keine Verteidigung zugelassen wird und auf die Destruktivität folgt, sollte der Beschuldigte nicht sofort einlenken.

Wenn wir daher den Psychopathen über seine Destruktivität definieren, ist die Vorbedingung dafür, daß er Menschen strikt kategorisiert. Dies wiederum ist der Grund für die strikte Kommunikationsunterbindung durch den psychopathischen Charakter. Mit jemandem auf gleicher, zwischenmenschlicher Ebene zu kommunizieren wäre ein Bruch der Kategorisierung, welche Bedingung seiner psychischen Existenz ist – aus seiner Sicht ist er nicht dasselbe wie Sie und ich. Für Ihn ist das etwa so, als müßten Sie versuchen, mit einem Gartenstuhl zu reden.

 

Fehlende soziale Intelligenz. Selig sind die Ahnungslosen.

Als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet man eine Spielart der kognitiven Verzerrung (cognitive bias) nämlich die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen. „Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu erkennen.“

Je weniger man also weiß, für desto schlauer hält man sich. Inkompetente Menschen treffen falsche Entscheidungen. Inkompetente Menschen realisieren nicht, dass sie falsche Entscheidungen treffen. Inkompetente Menschen sind nicht in der Lage, das Ausmaß ihrer Inkompetenz zu erkennen. Darüber hinaus beraubt sie ihre Beschränktheit gleichzeitig der metakognitiven Fähigkeiten, die sie brauchten, um sich ihrer Ignoranz bewusst zu werden. Inkompetente leiden unter fehlenden metakognitiven Fähigkeiten. D.h., sie sind deutlich weniger als kompetente Zeitgenossen in der Lage, Belege für Kompetenz und Inkompetenz zu erkennen – unabhängig davon, ob es sich dabei um eigene oder um Leistungen anderer Personen handelt. Fehlende soziale Intelligenz.

Inkompetente sind weniger als kompetente Zeitgenossen in der Lage, aufgrund sozialer Vergleiche auf das tatsächliche eigene Leistungsniveau und das Niveau der eigenen Performance zu schließen. – Wegen ihres Versagens, Kompetenz bei anderen zu erkennen, können sie Informationen über die Handlungsergebnisse, die Vergleichspersonen erreichen, nicht nutzen, um einen besseren, zutreffenderen Eindruck von ihren eigenen Fähigkeiten zu bekommen. Obwohl Inkompetente unfähig sind, ihre schwachen Leistungen zu erkennen, würden wir erwarten, dass sie beispielsweise im Rahmen ihrer akademischen oder beruflichen Karriere unvermeidbar irgendwann derartig negatives Feedback empfangen, dass ihnen letztlich doch die Augen aufgehen sollten.

Es hat sich in der Studie gezeigt, dass Inkompetente nicht in der Lage sind, die grundlegende Form des sozialen Feedbacks zu verarbeiten: den sozialen Vergleich. Dieser erfordert die Fähigkeit, die Ausprägung der eigenen Kompetenz zu erfassen, indem das Verhalten der übrigen Gruppenmitglieder beobachtet und analysiert wird. Das bewertende Beobachten von kompetenten Handlungen anderer Personen ist den Unqualifizierten verbaut, weil sie, wie die Studie zeigte, blind für Qualifikationen sind. Analysieren wir zur Beantwortung ein paar Beispiele, die uns spontan in den Kopf kommen:

  • Journalisten, die über Sachverhalte schreiben, über die sie lediglich oberflächliches Wissen haben und zu denen sie weiterführende Informationen aus PR-Abteilungen und aus anderen „unabhängigen“ Quellen ignorieren.
  • Manager, die in der Öffentlichkeit auftreten, ohne über Erfahrung darüber zu verfügen, mit welchen Äußerungen sie Gefahr laufen könnten, negative Medien-Reaktionen zu bewirken.
  • Politiker, die Entscheidungen über die Umgestaltung sozialer und ökonomischer Systeme treffen, deren Folgen sie nicht abschätzen können, weil sie Wirkweisen der relevanten gesellschaftlichen Mechanismen nicht kennen.

Lehrer, die ihren Schülern keine realistischen Lebens- und Berufs-Perspektiven geben können, weil sie kaum Lebens- und Arbeits-Kompetenzen außerhalb von Bildungsinstitutionen sammeln konnten.

Eine weitere hilfreiche Einsicht für Kompetente liegt darin, einzusehen, dass es sinnlos ist, Inkompetente von ihrer Kompetenz zu überzeugen oder sie sogar mit ihrer Qualifiziertheit zu beeindrucken. Das kann nicht funktionieren, weil ihre weniger kompetenten Mitmenschen höherwertige Kompetenz nicht wahrnehmen und bewerten können. Kompetente sollten also ihren Ehrgeiz zurückfahren und den Aufwand eindämmen, den sie investieren, um anderen ihre Qualifikation zu demonstrieren – nach dem Motto: „Besser heimlich schlau sein, als sich unheimlich und vergebens müde machen!“

Daraus folgt, dass Berater zunächst in zukünftige Kunden und deren Weiterbildung investieren müssen. Erst im Anschluss können sie ihren Beratungsbedarf selber erkennen und bewerten lernen. Ohne diese Weiterbildung werden sich solche Klienten nicht für die angebotene, hoch kompetente Dienstleistung interessieren. Sie können nicht einmal ahnen, dass es so eine Qualifikation gibt und was diese ihnen nützen könnte Manchmal muss also gerade der kompetenteste Consultant zunächst einen Teil des Wissens verschenken, für das er erst später honoriert zu werden hoffen kann.

 

4 Gedanken zu “Emotionale Gesprächsdeppen. Betreuungstelle Würzburg.

  1. 5jahrehartz4 schreibt:

    und parallel die, die Wahrheit aufzeigen, kaltblütig als Lügner und Verdreher der Wahrheit, als geistesgestört, bezeichnen….

    immer beliebter wird querulatorisch 🙂
    Damit steht dem Täter das ganze Spektrum offen und er kommt nicht mal in Gefahr als ‚Lügner‘ überführt zu werden.
    Und Querulant ist für die jeder der nicht kuscht und keine sinnlosen BEfehle ausführt, ihnen also nicht aufs Wort gehorcht.

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  2. Michael schreibt:

    Der Artikel bestätigt meine diesbezügliche Wahrnehmung im Zusammenhang mit einem langjährigen „Geschäftspartner“. Den Dunning-Kruger Effekt kenne ich bereits seit einigen Jahren – auch dachte ich mal an ein „Frontalhirnsyndrom“. Interessant, dass offensichtlich und tatsächlich ein Zusammenhang besteht. Das zu lesen hat mir sehr geholfen – vielen Dank!

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  3. Jimmie schreibt:

    Seltsam, dass hier Borderliner und Psychopathen über einen Kamm geschoren werden.
    Jemanden bewusst auszunutzen ist die Sache eines B. nicht unbedingt. Und woher die vielen Einsichten kommen, würde mich doch auch interessieren.

    Viel Bla in der Psychologie und leider wenig reproduzierbare bzw. falsifizierbare Theorien.
    Viel Glück weiterhin bei der Diffamierung von schwer kranken und leidenden Menschen.

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