Aufmerksamkeitsdefizit. ADS. ADHS. Wahrnehmung.


Selektive Wahrnehmung. Kommunikationsunfähig.

attention

Als Aufmerksamkeitsdefizitstörung (engl. adult attention-deficit disorder) bezeichnet man die bei Erwachsenen auftretende Form der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), einer bereits im Kindesalter beginnenden Störung, die sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität auszeichnet.

Ungefähr ein Drittel der Betroffenen haben ADHS vom überwiegend unaufmerksamen Typ, ihnen fehlt die hyperaktive Komponente.  In den 1970er Jahren erkannte man, dass ADHS häufig nicht im Erwachsenenalter verschwindet, anders als ursprünglich angenommen, und dass auch Eltern von in Behandlung befindlichen Kindern oft vergleichbare Symptome aufweisen. ADHS im Erwachsenenalter kann leichte bis extreme Schwierigkeiten zu Hause, in der Schule und/oder am Arbeitsplatz mit sich bringen. Bei Erwachsenen manifestiert sich die Störung als komorbite Unfähigkeit, das eigene Leben zu strukturieren und simple, tägliche Aufgaben zu planen. Es kann auch zu einem Verlust sozialer Beziehungen und häufigem Jobwechsel führen oder sich als Schwierigkeiten, mit anderen Menschen zu arbeiten, zu kommunizieren, äußern. Die Probleme entstehen nicht aus dem direkten Verhalten des Betroffenen, sondern mehr aus den simplen Dingen, die ein Betroffener im Alltag vergisst. Sie fangen Tätigkeiten an, aber scheitern gewöhnlich daran, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Sie wirken auf ihre Umgebung, als würden sie nicht nachdenken, bevor sie handeln oder sprechen.

  1. Sie wirken auf ihre Umgebung, als würden sie nicht nachdenken, bevor sie handeln oder sprechen.
  2. Schwierigkeiten, sich selbst zu organisieren. Häufiges Hinauszögern von Aufgaben, bis dann der Druck Probleme bereitet: „Der Idiot ist ein Automat, der sich erst infolge der äußeren Anregung, die er empfängt, bewegt.“
  3. Probleme, eine Arbeit erfolgreich zu beenden. Bedingt, dass Bedürfnissbefriedigung – sei sie noch so labidar – Vorrang hat!“
  4. Eine Tendenz, zu sagen, was einem in den Sinn kommt – völlig unabhängig vom Thema –  ohne den notwendigerweise passenden Zeitpunkt gewählt zu haben oder eine angemessene Formulierung zu suchen.
  5. Leichte Ablenkbarkeit, vor allem beim Lesen, zuhören und anderen konzentrationsfordernden Tätigkeiten, die nicht im unmittelbaren Interessenbereich des Patienten, seiner Bedürfnissbefriedigung, liegen.
  6. Aufmerksamkeitsprobleme beim Zuhören. ADSler erwecken den Eindruck dass sie während des Gespräches an etwas völlig anderes denken. Keine Reflektionssätze.
  7. Niedrige Frustrationstoleranz. Dient ein Gespräch nicht der eigenen Bedürfnissbefriedigung, ergreifen ADSler die Flucht.
  8. Über triviale Gegebenheiten (unwichtige Dinge) wird oft endlos nachgedacht, gesprochen; tatsächliche Aufgaben (was zu tun ist), wird übersehen.
  9. Mangelnde Introspektion – sich selbst reflektieren.

Am häufigsten sind Störungen der Exekutiven Funktionen, also Probleme mit der Planung und Organisation von Handlungen. Bei problemfokussierter Kommunikation sind keine Lösungsvorschläge zu erwarten. Nichts wird reflektiert. Im Gegenteil. Werden Sachverhalte für den „Aufmerksamkeitsgestörten“ zu kompliziert, ergreift er die Flucht.

Neuronale Erklärung siehe Kapitel selektive Wahrnehmung.

https://citisite.wordpress.com/selektive-wahrnehmung-neuroanatomie-der-emotionen/

Weitere Infos über neuronale Gehirndefizite.

https://citisite.wordpress.com/eric-kandel-sperma-memory-gedachtnis-ads/

Aktueller Buchtip.

 

Plötzlich ein Sorgenkind: Aus dem Leben einer aufmerksamkeitsgestörten Familie von Anonyma von „Deutsche Verlags-Anstalt.“

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article120234836/So-aufmerksamkeitsgestoert-sind-unsere-Familien.html

 

4 Gedanken zu “Aufmerksamkeitsdefizit. ADS. ADHS. Wahrnehmung.

  1. Ute G. schreibt:

    Hallo,
    obwohl dieser Artikel schon älter ist, bin ich soeben auf diesen gestoßen. Ich finde ihn sehr gut geschrieben. Ich bin selber indirekt von ADHS betroffen und auf der Suche nach wirklich hilfreichen Informationen. Und das mit dem Fliehen sobald es zu kompliziert wird, kann ich leider nur allzu gut bestätigen. Aber wenn man locker und Schritt-für-Schritt an die Sache herangeht, hat man keine Probleme.
    Eventuell kann mir noch jemand weitere tolle ADHS-Seiten empfehlen !?
    Beste Grüße und ein tolles Fest
    Ute

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  2. Maria Kirsch schreibt:

    Hey! ich bin auch hier zufällig gelandet und ich hab mir die Seite gedrückt. Ich hatte noch nie so ne gute Erklärung des Syndromsbildes gelesen. Ich leide auch daran und habe jeden Punkt, den hier beschrieben wurde. Ich habe einiges auf diese psychologische Website gelesen aber möchte mehr erfahren, damit ich mich selbst kenne und etwas dafür tun kann (meine Beziehung leidet daran, dass ich ADS habe). LG. Maria

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  3. cosy schreibt:

    Ich hab Probleme mit meinem GSBB-Syndrom.Das ist viel schlimmer!!!Weiß nich,warum sich hier die ADSen so unangenehm in den Vordergrund spielen…Aber anscheinend doch voll der Zeitgeist:schlechte Erziehung als Krankheit zu bezeichnen.Gab’s bei uns im Osten nicht.Wir hatten Jugendwerköfe für solche zappligen Kinder.

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    • citisite schreibt:

      Waaas bitte ist ein GSBB Syndrom? Hä? Ein Photoshop Filter oder was? Lebt dein Joachim Maaz eigentlich noch?

      Schwerpunkt seiner Bücher wie Die „Liebesfalle“ sind Beziehungen und der Einfluss der prägenden Erfahrungen in der Familie. Im Januar 2016 erregte er Aufmerksamkeit, als er Angela Merkel ein „Selbstwertdefizit“ sowie ein „narzisstisches Grundproblem“ unterstellte.

      Hat der ein Aufmerksamkeits-Syndrom? Erregt nur dann, wenn ihn die Presse zitiert!

      Kriegt er sonst wie noch einen hoch? Frag ihn mal, wenn du ihn demnächst wieder triffst. Sag ihm einen schönen Gruss von mir. Dein dich ewig liebender Prof. Dr. CitiSite – Sexualwissenschaftler!

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